Impfen

Das Prinzip des Impfens macht sich die Mechanismen der natürlichen Immunabwehr zunutze. Die konventionellen Impfungen stellen eine der erfolgreichsten medizinischen Handlungen überhaupt dar. Heute eröffnet die Biotechnologie neue Perspektiven, um innovative Impfstoffe zu entwickeln und zukunftsweisende Impfstrategien erfolgreich umzusetzen.

Text zum Download

Seit seiner Entdeckung Ende des 18. Jahrhunderts ist das Impfen immer wieder Gegenstand von heftigen Kontroversen. Dieses Kapitel versucht, dieses oft intensiv diskutierte Thema pragmatisch zu beleuchten und orientiert sich dabei an Fakten, die mit den Methoden und nach den Grundsätzen der modernen Naturwissenschaften belegt sind.

 

Was ist ein Impfstoff?

Das Prinzip des Impfens ist so einfach wie einleuchtend. Ein Impfstoff (auch Vakzin genannt) hilft dem menschlichen Immunsystem, damit es auf den Angriff bestimmter Erreger wie Viren, Bakterien oder anderer Mikroorganismen besser vorbereitet ist. Vergleichbar ist das mit einem Selbstverteidigungskurs: Wer auf den Angriff eines Gegners vorbereitet und entsprechend trainiert ist, der wird bei einem allfälligen Angriff nicht überrascht sein und richtig reagieren.

Täglich ist unser Immunsystem unzähligen Erregern ausgesetzt. Überall lauern die winzigen Erreger, an Türklinken, auf der Computertastatur, in der Nahrung, beim Händeschütteln. Ohne Schutzmechanismen könnten diese Mikroorganismen rasch in unseren Körper eindringen und eventuell Krankheiten auslösen.

Die allermeisten Eindringlinge werden bei gesunden Menschen aber abgeblockt, denn der menschliche Körper hat verschiedenartige Schutzmechanismen aufgebaut. Eine erste Hürde sind Haut und Schleimhäute. Die Nase und die Lunge sind zum Beispiel mit Schleimhäuten ausgekleidet, auf denen Mikroorganismen haften bleiben. Dann werden sie unschädlich gemacht und ausgehustet.

Trotzdem schaffen es immer wieder Erreger, diesen ersten Schutzwall zu durchbrechen, etwa bei offenen Wunden oder wenn der betroffene Mensch geschwächt ist (zum Beispiel Patienten nach einer Organtransplantation oder einer speziellen Krebstherapie). Nun kommt das Immunsystem zum Zug. Das Immunsystem ist kein Organ im klassischen Sinne, es ist vielmehr ein Netzwerk mit komplexen Interaktionen. Daran beteiligt sind die Lymphgefässe und Lymphknoten, das Knochenmark, das zirkulierende Blut, die Milz und die Thymusdrüse.

Impfen - Nichts für's Gemüt, jedoch wichtig für die Erhaltung der Gesundheit
Seite 1 von 6 weiter >